Preisverleihung | Ausweg Gesucht 2018

Die vierte Runde des Kurzfilmwettbewerb Ausweg Gesucht brachte auch in diesem Jahr viele strahlende Gewinner hervor, deren Kurzfilme zum Thema Suchtprävention am 15. September 2018 im Cinespace Kino in der Waterfront prämiert wurden. Message war wie gewohnt: Auseinandersetzung mit Bedrängnis-, Not- und Krisensituationen, Suchtverhalten oder Vermeidungsstrategien.

Viel Spaß beim Anschauen der Preisverleihungsimpressionen und der Gewinner-Filme!

And the winners are…

https://www.youtube.com/watch?v=vY2Yf4maUTk

Impressionen der Preisverleihung

Kreative Kurzfilme auf großer Kinoleinwand, Popkorn, Livemusik von Havington und Tatortkommissar Oliver Mommsen & Anna Metzentin von bremen NEXT als Moderationsteam – so sah die Preisverleihung von Ausweg Gesucht 2018 im Cinespace Bremen aus. Seht selbst!

https://youtu.be/a5GZLa3YMfU

1. Platz | 15-17

Der erste Platz in der jüngeren Kategorie ging an das Filmteam um den Film Fight (for) yourself, der ganz ohne Worte auskommt und nur in Bildern zu uns spricht. Es geht um einen inneren Kampf. Für diesen haben sich die Macher_innen des Kurzfilms ein Genre ausgesucht, das dafür kennzeichnend ist: Computergames. Dabei lässt der Kurzfilm die Grenze zwischen Realität und Computergame verschwimmen, die Figuren und Szenarien strömen in das Hier und Jetzt. Monster durchwandern Bremen und jagen den Protagonisten, der die Tür selbst nicht mehr geschlossen bekommt. Sein innerer Kampf gipfelt schließlich in einem Spiel, in dem er sich seiner Onlineversion gegenübersieht – für dieses Spiel gibt es jedoch keinen Gewinner.

https://youtu.be/g8l5CtdkjzI

1. Platz | 18-25

Die Nummer 1 in der Kategorie 18-25 Jahre hat mit Zwischen mir und dem Licht ein Film erlangt, der das Gefühl von Getriebenheit und Verzweiflung transportiert – und das in seiner intensivsten Form. Die Protagonistin ringt um die Entscheidung, sich das Leben zu nehmen. Wir können nur ahnen, wie viele Menschen in ihren jungen Jahren von Selbstmordgedanken verfolgt werden. Die meisten entscheiden sich glücklicherweise so, wie die  Hauptdarstellerin in diesem Kurzfilm, der komplett ohne Worte auskommt, nämlich für das Leben. Und bemerkenswerter Weise ist es eine persönliche Entscheidung, ohne freundschaftliche Ratschläge.

https://youtu.be/aiI1lf4uW3M

2. Platz | 15-17

Es liegt an dir frei zu sein: Es ist schon heftig was los, wenn man so jung ist. Tausend Entscheidungen müssen getroffen werden und man betritt immer wieder Neuland. Dieses Gefühl der Suche, des nächsten Schritts, der Unsicherheit – das haben uns viele Filme beschrieben. Sie alle zeigen die Suchbewegung, die man insbesondere im jugendlichen Alter macht. Sie alle zeigen, wie man in der Schwebe feststecken kann. Auf den zweiten Platz hat es ein Kurzfilm geschafft, der ebendiese Ungewissheiten und gefühlten Risiken in besondere Weise inszeniert. Er bedient sich nicht eines Szenenspiels. Stattdessen hat er einen Text zur Grundlage, der bebildert wird. Man kennt solche Texte von Poetry-Slams. Sie sind rhythmisch und intensiv, und die Bilder folgen dieser Ausdrucksform. Ein Film wie ein Musikvideo, aber die Musik entsteht durch Worte.

https://youtu.be/1OEqttGt7KA

2. Platz | 18-25

Hallo Mom: Falsche Freunde sind ein echtes Problem. Weil Freundschaften doch eigentlich bedeuten, durch dick und dünn zu gehen. Wenn das allerdings nicht so ist, wo steigt man dann aus? Wann sagt man jemandem, dass er oder sie auf dem Holzweg ist? Ein großes Thema in vielen Filmen. Der zweitplatzierte Kurzfilm zeigt den Weg in eine Freundschaft, besser in eine Partnerschaft, die überhaupt nicht gut funktioniert. Es wird das Gefühl von Einsamkeit thematisiert, das besonders stark nach Freundschaft verlangt. Das Verständnis dafür, Menschen zu brauchen, auch wenn sie langfristig nicht gut tun, hilft natürlich dabei, niemanden für seinen Umgang zu verurteilen. Es hilft auch zu begreifen, dass man manchmal Drogen nimmt, um anderen zu gefallen. Es täuscht aber nicht darüber hinweg, dass manche Beziehungen schlichtweg nicht tragbar sind. In solchen Fällen ist oftmals Hilfe von außen notwendig. Diese erfährt der Protagonist im Kurzfilm durch seine Familie.

https://youtu.be/aBb8IkeCCW8

3. Platz | 15-17

Was ist schon normal?!: Der dritte Platz in der Altersgruppe der 15-17-Jährigen erzählt eine ungewöhnliche Geschichte von Freundschaft und Liebe. Freundschaften sind in jeder Lebensphase wichtig und somit in vielen Filmen auch Thema. Dabei erwächst aus Freundschaften manchmal auch die erste Liebe und eine Partnerschaft. Manchmal – gerade im jungen Alter – probiert man sich jedoch lieber aus. Aber was passiert, wenn ein Mädchen in einer Beziehung mit einem Jungen merkt, dass sie sich zu einer Freundin hingezogen fühlt? Welche Kraft es braucht, sich aus einer Beziehung zu lösen und gegen alle Widerstände zu kämpfen, um seinen Weg zu finden, zeigt uns dieser mutige Kurzfilm!

https://youtu.be/tnJwCzgMuKs

3. Platz | 18-25

Confrontation: Der dritte Platz in der Kategorie 18-25 Jahre macht einen Sprung. Der Held des Films hat sich aus einer Gang abgeseilt, die ihn in Schwierigkeiten gebracht hat. Schwierigkeiten, die mit Drogen und Kleinkriminalität zu tun haben. Schwierigkeiten, die man dann auch besser mit therapeutischer Begleitung löst. In solchen Gruppen merkt man manchmal gar nicht, wie man reingezogen wird. Doch der Film öffnet den Blick dadurch, dass der Aussteiger den Sog der Gruppe erkennt und „Nein“ sagt – etwas, was oft sehr schwer fällt, wenn man mittendrin steckt.

https://youtu.be/A47crsqb7A8

4. Platz | 15-17

Unchained thematisiert die Folgen eines Unfalls und den Verlust der Familie, die über Trauer hinausgehen und in Einsamkeit, schließlich sogar Krankheit münden können. Die Flucht in die Abschottung wird durch das Mitteilen von Gefühlen als therapeutischen Ansatz aufgehoben.

https://youtu.be/J5BKo3z9A24

4. Platz | 18-25

The European Dream kontrastiert und kommentiert extremistische politische Haltungen und Handlungen durch einen performativen Film, der Annäherung und Verständigung zweier Menschen ohne Sprache ermöglicht. Über Tanz, Bewegung, Gesten und gemeinsame Aktionen wird Nähe, Identifikation und Intimität geschaffen – gerahmt durch poetische Kameraführung und Musik.

https://youtu.be/f8ynACDaQeA

Sonderpreis | Erst-Georg Heinemann-Stiftung

Reality. Der geförderte Beitrag der Ernst-Georg-Heinemannstiftung konfrontiert uns mit einem Thema, das mehrfach in den diesjährigen Kurzfilmen der Teilnehmenden aufgegriffen wurde: Was bedeutet der Verlust von vertrauten und geliebten Personen wie Eltern oder Partnern für junge Menschen? Und wie schwer ist es, mit der Trauer umzugehen? Eine Frage, die auch die Älteren von uns nur schwer beantworten können. In dem geförderten Film werden wir Zeuge von Gesprächen mit einer Freundin, die helfen will. Und das ist auch die größte Hilfe, die man in einer solchen Situation bekommen kann. Nur in dem Film nimmt das eine überraschende Wende.

https://youtu.be/8kf0MquWO0Y

Sonderpreis | Bremische Kinder- und Jugendstiftung

Mit Influence me fördert die Stiftung ein Filmprojekt, das sich in besonderer Weise mit Sozialen Medien beschäftigt. Influencer sind die Stars auf Youtube und setzen mit ihren Beiträgen für viele junge Menschen Zeichen. Ihr Wort zählt, auf Ihre Meinung wird gesetzt. Erzählt wird in dem Film, wie sich eine Gruppe von Influencern von ihrem Ziel, über Freundschaften zu reden, immer mehr entfernt. Um in der Gruppe wieder zu spüren, was Freundschaft wirklich heißt, entscheiden sie sich für einen mutigen Schritt.

https://youtu.be/zDuYJ9bimJ0

Sonderpreis | Bremische Landesmedienanstalt

Der Film No Words entwirft einen Blick in die Zukunft Sozialer Medien. Wir erleben eine Gesellschaft, die sich negativ entwickelt hat. Die Techniken, besonders mobile Endgeräte, haben sich weiterentwickelt, sind schöner im Design und immer stärker in den Alltag der Menschen installiert. Aber sie sind keine Hilfsgegenstände mehr. Sie brauchen eine eigene Aufmerksamkeit und trennen das Benutzererlebnis von den Anforderungen der Realität. Besonders im sozialen Miteinander ist die direkte Begegnung nichts mehr wert. Menschen stehen sich gegenüber und unterhalten sich über Apps. Der Film drückt die Sorge aus, dass die Menschen sich verlieren werden.