Glücklich und stolz waren sie, die Gewinnerteams der fünften Runde des Kurzfilmwettbewerbs Ausweg Gesucht. Und das zurecht, denn die von ihnen produzierten Kurzfilme überzeugten mit tiefgehenden Messages, ausdrucksstarken Bildern und intensivem Schauspiel. Deshalb wurden sie am 28. September 2019 im Cinespace in der Waterfront verdient mit Preisen im Gesamtwert von 7.000 Euro ausgezeichnet.

Welche Kurzfilme gewonnen haben und wie die Preisverleihung verlief, erfahrt Ihr hier.

And the winners are…

Einblicke in die Preisverleihung

Eine fette Bühne mit großer Leinwand, darauf ein lässiges Moderatorenteam im Wechsel mit kreativen Kurzfilmen und aufheizender Livemusik und das alles begleitet von süßem Popcorn und feurigen Nachos – das war Ausweg Gesucht 2019! Schaut rein!

1. Platz | 15-17

Sind Menschen süchtig, beeinflusst das in keinem Fall nur sie selbst, sondern auch die Menschen in ihrem nahen Umfeld. Sie leiden meistens genau so sehr wie die Suchterkrankten selbst, weshalb auch ihr Leben durch die Sucht bestimmt sein kann. In Fachkreisen nennt man das Co-Abhängigkeit, darum geht es auch in Not Alone. Um sich aus dem Sog der Co-Abhängigkeit zu befreien, bedarf es oft der Hilfe von außen – und genau das vermittelt der Kurzfilm. Noch viel wichtiger aber ist die Message, dass das auch völlig in Ordnung so ist.

1. Platz | 18-25

Céu de Cobre wirft einen Blick auf unseren Umgang mit Menschen, die chronisch krank sind. Darauf, wie wir manchmal mit Überforderung und Unverständnis reagieren, obwohl wir gebraucht werden. Hierin liegt auch die eine Message, die der Kurzfilm formuliert: Mit Freunden lässt sich Vieles leichter bewältigen! Die andere Botschaft besteht darin, Vorurteile gegenüber bestimmten Krankheiten nicht an sich ranzulassen, sondern sich ihnen entgegen zu stellen und zur Aufklärung beizutragen.

2. Platz | 15-17

Take it widmet sich einer besonders heftigen Emotion: der Trauer um einen verstorbenen Menschen. Diese kann einen so stark vereinnahmen, dass ihre Betäubung mit Drogen verlockend scheint. Auch die Hauptdarstellerin dieses Kurzfilms gibt sich der schwerwiegenden Illusion hin, Drogen könnten ihre Schmerzen lindern – ohne dabei zu ahnen, dass sie damit nicht nur sich, sondern auch ihre kleine Schwester in Gefahr bringt.

2. Platz | 18-25

A sky of beauty – My depression story befasst sich mit negativen Gefühlen, wie Freudlosigkeit und Trauer, die ein solches Ausmaß annehmen, dass sie in Depressionen münden. Dabei sind Depressionen entgegen vieler Vorurteile keine leicht zunehmende Randerscheinung. Sie formieren sich in einer Krankheit, deren Bewältigung medizinische Unterstützung verlangt. Wie genau das aussehen kann, zeigt uns dieser Kurzfilm.

3. Platz | 15-17

Eine Geschichte von zwei Protagonistinnen, die sich mit den gleichen Problemen, Ängsten und Sorgen konfrontiert sehen, erzählt uns Finding. Umgeben von Menschen fühlen sie sich allein und unverstanden, bis zu dem Zeitpunkt, als sich ihre Wege im Internet kreuzen. Richtig zueinander finden sie jedoch nicht im digitalen, sondern im analogen Raum, nämlich auf einer Bühne beim kreativen Theaterspiel – ganz so, als würde eine Mauer fallen.

3. Platz | 18-25

Es gibt sie, die großen Lebenskrisen, mit denen wir uns alle früher oder später auseinandersetzen müssen. Doch abgesehen von ihnen sind es oft auch die Kleinigkeiten im Alltag, die uns stressen und durch die wir uns niedergeschlagen fühlen. Little Things befasst sich genau hiermit. Auf atemberaubende Weise wird in diesem Kurzfilm eine Waffe gegen den Alltagsstress offen gelegt: Tanz – eine Kombination aus Kreativität und Lebensfreude.

Sonderpreis | Ernst-Georg Heinemann-Stiftung

Der geförderte Kurzfilm der Ernst-Georg-Heinemann-Stiftung konfrontiert uns mit der Frage: Wer bin ich? Also der Frage nach der eigenen Identität. Dieser versucht Und unter uns das Schweigen auf kreativ-künstlerische Weise auf den Grund zu gehen: Hier trifft eine besonders literarische Erzählebene auf eine Filmebene mit Doppelbildern und surrealistischen Effekten. Die Botschaft dahinter: den Zustand der Zerrissenheit durchbrechen.

 

Sonderpreis | Bremische Kinder- und Jugendstiftung

Die Bremische Kinder- und Jugendstiftung hat mit Fear the Night einen Kurzfilm ausgewählt, in dem sich der Hauptdarsteller in einer Welt voller Unzuverlässlichkeiten und Unabwägbarkeiten bewegt. Eine Welt, in der Nacht und Tag ohne Übergänge ineinander verschwimmen und das Leben wie aus Fragmenten erscheint. Eine Welt, die einer gelungenen, einer kinder- und jugendfreundlichen Welt entgegenzustehen scheint.

 

Sonderpreis | Bremische Landesmedien-anstalt

Der Sonderpreis „Young Professionals“ der Bremischen Landesmedienanstalt ging an Gefährdet. Im Stil eines Krimis wird hier eine Geheimdienstoperation inszeniert, deren Ziel ein junger, unter Terrorismusverdacht stehender Syrer ist. Symbolisiert durch seine Person reißt der Kurzfilm zahlreiche Themen wie Terrorismus, Rassismus und Integration an.

Bestes Schauspiel

Zum ersten Mal in diesem Jahr vergeben wurde der Preis für die beste schauspielerische Leistung. Er ging an Lohrana Canedo aus Céu de Cobre. Auf authentische Weise verkörpert sie in ihrer Rolle als Hauptdarstellerin, was es aus persönlicher, aber auch gesellschaftlicher Sicht bedeutet HIV-positiv zu sein.