Ausweg Gesucht dreht sich um den thematischen Schwerpunkt „Krise“. Du verstehst nicht ganz, was damit gemeint ist? Oder du bist dir unsicher, ob dein Thema darunterfällt? Auf dieser Seite erfährst du, was Ausweg Gesucht unter „Krise“ versteht. Außerdem gibt es Input zu möglichen Themen, die du in deinem Beitrag behandeln kannst.
Krise?
Krisen fühlen sich oft so an, als würde plötzlich alles kippen. Nichts läuft mehr wie sonst, vieles ist unklar – und du musst irgendwie damit umgehen, auch wenn du noch gar nicht weißt, wie. Krisen können ganz unterschiedlich sein: persönlich, in deinem Umfeld oder weltweit. Was sie gemeinsam haben? Sie fordern dich heraus. Aber genau darin steckt auch die Chance, Dinge neu zu sehen, anders zu denken – und deinen eigenen Weg zu finden.
Hier findest du Infos, Ideen und Impulse rund ums Thema Krise. Das kann dir helfen, Inspiration für deinen Beitrag zu sammeln, dich zu orientieren oder tiefer einzutauchen. Außerdem haben wir Anlaufstellen zusammengestellt, bei denen du Unterstützung bekommst oder auch spannende Infos für deine Recherche einholen kannst.
Hilfe annehmen
Krisen gehören zum Leben dazu. Jede*r erlebt sie irgendwann. Auch wenn sie sich schwer anfühlen, können wir an ihnen wachsen und etwas über uns selbst lernen. Manchmal bleibt eine Krise aber länger bestehen und wird zur echten Belastung. Vor allem dann, wenn man versucht, alles allein zu schaffen. Genau deshalb ist es so wichtig, sich Unterstützung zu holen, wenn du merkst, dass du nicht mehr weiterkommst.
Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Schritt, um gut durch schwierige Zeiten zu kommen und langfristige Belastungen oder psychische Erkrankungen zu vermeiden.

Mögliche Krisen im Überblick

Sucht
Eine Sucht, heute oft Abhängigkeit genannt, beschreibt ein starkes Verlangen nach einer Substanz oder einem Verhalten. Dieses Verlangen kann so intensiv werden, dass man weitermacht, obwohl man merkt, dass es einem nicht guttut. Eine Abhängigkeit entsteht meist schleichend. Sie kann viele Formen haben. Manche denken zuerst an Alkohol oder Nikotin, aber auch Dinge wie Sport, Shoppen oder das Smartphone können problematisch werden, wenn sie das Leben bestimmen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Körperliche, psychische und soziale Faktoren können zusammenwirken und eine Sucht begünstigen. Sie wirkt sich oft auf viele Lebensbereiche aus, zum Beispiel auf Freundschaften, Schule oder Arbeit und das eigene Wohlbefinden.
Deshalb ist es wichtig, früh hinzuschauen. Genau hier setzt Suchtprävention an. Sie hilft dabei, Risiken zu erkennen und Wege zu finden, gut mit sich selbst umzugehen, bevor eine Abhängigkeit entsteht.

Einsamkeit
Einsamkeit fühlt sich für jeden Menschen anders an. Vielleicht kennst du das Gefühl, dass dir jemand fehlt, der dich wirklich versteht. Oder du wünschst dir mehr Kontakt zu Freund*innen, als du gerade hast. Einsamkeit entsteht oft dann, wenn im Miteinander etwas fehlt, das dir wichtig ist. Schwierig wird es, wenn dieses Gefühl bleibt. Wenn Einsamkeit sich festsetzt und dir dauerhaft Kraft nimmt, kann sie sehr belastend werden. Sie trifft nicht nur die Stimmung, sondern auch die Gesundheit.
Du musst da nicht allein durch. Wenn Einsamkeit für dich zu einer Krise wird und du keinen Weg mehr siehst, darfst du dir Unterstützung holen. Darüber zu sprechen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.

Gewalt
Gewalt begegnet uns in vielen verschiedenen Formen – manchmal ist sie offensichtlich, manchmal aber auch versteckt. Sie kann körperlich sein (z.B. schlagen, treten), psychisch (z.B. beleidigen, mobben) oder sexuell (alle sexuellen Handlungen gegen deinen Willen). Vor allem kann sie uns überall begegnen: in der Schule, im Freundeskreis, auf der Straße, zu Hause oder auch online.
Gewalt hat unterschiedlichste Gründe, aber sie ist nie okay. Sie kann ernsthafte körperliche und seelische Verletzungen hinterlassen!
Vielleicht hast du auch schon Formen von Gewalt erlebt oder gesehen? Du bist damit nicht allein!
Darüber zu reden ist keine Schwäche – im Gegenteil, es zeigt Stärke! Such dir jemanden, dem du vertraust oder hol dir Unterstützung bei Beratungsstellen oder Hotlines.
Wenn du mehr zu den Formen von Gewalt lesen möchtest, kannst du hier schauen: BMBFSFJ

Ausgrenzung & Zivilcourage
Im Wort Ausgrenzung steckt bereits das Wort Grenze. Wer andere ausgrenzt, zieht bewusst eine Grenze und entscheidet, wer dazugehört und wer nicht. Vielleicht kennst du solche Situationen aus deinem Alltag. Eine Person wird nicht zu Partys oder Treffen eingeladen, obwohl der restliche Freundeskreis dabei ist. Manchmal geschieht das aufgrund von Aussehen, Kleidung, Herkunft, Religion oder anderen Eigenschaften. Manchmal gibt es aber auch gar keinen ersichtlichen “Grund”. Daraus kann sich schnell mehr entwickeln. Ausgrenzung kann in Mobbing übergehen, bei dem eine Person gezielt und über längere Zeit von einer Gruppe ausgeschlossen oder verletzt wird.
Weitere Infos zum Thema findest du bei der Bundeszentrale für politische Bildung.
Zivilcourage bedeutet, nicht wegzuschauen, wenn andere ausgegrenzt oder verletzt werden. Gerade in Situationen, wie du sie vielleicht kennst, kannst du einen Unterschied machen. Es geht darum, Haltung zu zeigen und nicht einfach so zu tun, als wäre alles okay.Dabei musst du dich nicht selbst in Gefahr bringen. Zivilcourage kann ganz unterschiedlich aussehen. Du kannst zum Beispiel jemandem beistehen, Hilfe holen oder später Unterstützung anbieten. Wichtig ist, dass du nicht nichts tust.Wenn eine Situation gefährlich ist, hol dir Hilfe von außen, zum Beispiel bei der Polizei oder anderen Erwachsenen. Du bist nicht allein verantwortlich, aber du kannst Teil der Lösung sein.
Auch zu diesem Thema findest du weitere Infos bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

Beziehung & Liebe
Soziale Beziehungen sind die Verbindungen, die du zu anderen Menschen hast, zum Beispiel zu Freund*innen, Familie, Mitschüler*innen oder auch in einer Liebesbeziehung. Sie beeinflussen, wie du denkst, fühlst und handelst und umgekehrt.
Gerade in Krisen spielen sie eine wichtige Rolle. Beziehungen können dir Halt geben, dich unterstützen und dir helfen, schwierige Situationen besser zu bewältigen. Gleichzeitig können sie aber auch belasten oder selbst Teil einer Krise sein. Manchmal ist es auch eine Mischung aus beidem.

Globale & Gesellschaftliche Krisen
Globale Krisen betreffen viele Länder gleichzeitig oder sogar die ganze Welt. Ein Beispiel dafür ist die Klimakrise, die unser Leben überall beeinflusst. Gesellschaftliche Krisen verändern das Zusammenleben von Menschen. Sie betreffen Werte, Politik und den Umgang miteinander. Dazu zählt zum Beispiel der Rechtsruck in vielen Ländern.
Auch wenn dich solche Krisen nicht direkt in deinem Alltag einschränken, ist es völlig normal, dass sie dich beschäftigen oder belasten.

(Leistungs-)Druck
Heutzutage gibt es so vieles, das auf uns lastet – ein so hoher Druck, immer auf dem Laufenden zu sein, immer alles zu schaffen, gute Noten und noch vieles mehr.
Das kann ganz schön erdrückend sein und zu Stress, Selbstzweifeln oder dem Gefühl, alles allein schaffen zu müssen, führen. Denn besonders, wenn Unterstützung von Familie oder Freund*innen fehlt, wird der Druck noch größer.
Es gibt aber Wege, damit umzugehen:
Rede mit jemandem, dem du vertraust, darüber zu sprechen kann den Druck oft leichter machen. Setze Prioritäten und Grenzen, alles gleichzeitig zu schaffen ist unmöglich. Es ist okay, wenn du dir ausreichend Zeit nimmst und manche Dinge nicht sofort erledigen oder erreichen kannst.
Denk immer daran: Schritt für Schritt erreichst du deine Ziele immer noch, nur in deinem eigenen Tempo!

Psychische Probleme
Wer kennt es nicht – man hat mal einen schlechten Tag, die Gedanken kreisen, Gefühle fahren Achterbahn oder man verhält sich anders als sonst. Aber was, wenn das immer öfter passiert und einen richtig belastet?
Psychische Probleme können ganz unterschiedlich aussehen und viele Ursachen haben. Sie zeigen sich zum Beispiel durch auffällige Veränderungen der Gedanken, Gefühle oder im Verhalten. Das kann dazu führen, dass du dich zurückziehst, weniger Lust auf Freund*innen und Hobbys hast oder dich einfach schlecht fühlst.
Wenn diese Probleme stärker werden, können daraus ernste psychische Erkrankungen entstehen. Deshalb ist es wichtig früh zu merken, wenn es dir nicht gut geht und herauszufinden, was dahintersteckt. Hol dir dafür Unterstützung von Freund*innen, deiner Familie oder auch von Beratungsstellen.

Identität
Besonders in den frühen Jahren unseres Lebens geht es viel darum, unsere eigene Identität zu entwickeln. Dabei fragen sich viele: “Wer bin ich eigentlich?” oder auch “Wo gehöre ich hin?”
In dieser Zeit probieren wir uns aus – in Hobbys, online oder auch in verschiedenen Rollen im Freundeskreis. Wir lernen den eignen Körper kennen, unsere Gefühle und Wünsche und versuchen danach zu leben. Das kann manchmal herausfordernd sein oder auch dazu führen, sich in der eigenen Haut fremd zu fühlen. Solche Identitätskrisen verursachen oft Unsicherheit.
Dabei helfen können dir Gespräche mit nahestehenden Personen, denen du vertraust. Trau dich, Neues auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Und wenn du das Gefühl hast, alleine nicht weiterzukommen, hol dir professionelle Unterstützung.
Und wo kriege ich Hilfe?
Wenn du merkst, dass eine Krise in deinem Leben chronisch wird oder dich stark belastet, kann es sinnvoll sein, dir Unterstützung zu holen. Dafür gibt es verschiedene Angebote. Das gilt genauso, wenn du das Gefühl hast, das trifft auf Menschen in deinem Umfeld zu. Wichtig ist: Du entscheidest selbst, wie es weitergeht. Du wirst zu nichts gezwungen.
Online-Hilfe:
- Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention bietet anonyme und kostenfreie Beratung in akuten Krisen und bei Suizidgefährdung.
- Bei der Telefonseelsorge findest du Unterstützung in schweren Lebenssituationen, sowohl telefonisch, per Mail, im Chat als auch in der Vor-Ort-Beratung:. Telefon: 08001110111 ; 08001110222 ; 116123
- Und wenn dir reden schwerfällt, kannst du über den Krisenchat auch mit Expert*innen über deine Situation schreiben.
- Freundeskreise bietet einen anonymen Chat, in dem Betroffene von Suchterkrankungen und Angehörige ihre Probleme ansprechen können oder auch die Möglichkeit nach Freundeskreisen in deiner Nähe zu suchen.
- Die [U25] ist eine vertrauliche Online-Suizidpräventionsberatung, bei der du mit ausgebildeten Peers, die ungefähr in deinem Alter sind,über (suizidale) Krisen sprechen kannst.
Anlaufstellen in Bremen:
- Wenn du Unterstützung suchst, weil du selbst oder jemand aus deinem Umfeld gerade nicht mehr gut zurechtkommt, kannst du dich ans ReBuz wenden.
- Bei Suchtproblemen kannst dich auch an die Suchtberatungsstelle ESCAPE oder an das Gesundheitsamt wenden. Die Gespräche dort sind vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht. Die Angebote richten sich nicht nur an schwere Fälle. Auch Angehörige können dort Unterstützung bekommen.
- Die Beratungsstelle des Kinderschutz-Zentrums Bremen berät Jugendliche, Eltern und Fachkräfte bei unterschiedlichen Gewaltformen und Vernachlässigung, telefonisch und persönlich.
- Die Beratungsstellen des sozialpsychiatrischen Dienstes sind Anlaufstellen für eine akute Krisenberatung und an mehreren Standorten, auch nachts sowie telefonisch vertreten.
Anlaufstellen in Niedersachsen:
- Der Psychosoziale/Psychiatrische Krisendienst in Hannover berät und hilft Menschen in akuten Krisen, er ist persönlich und telefonisch erreichbar: 0511 30033470
- Über die Suche der Beratungsstellen in Hannover kannst du eine passende Beratungsstelle für dein Anliegen in deiner Nähe finden.
Anlaufstellen in Hamburg:
- Der Hafen e.V. bietet in verschiedenen Bereichen Hamburgs Beratungsangebote für Menschen in belastenden Lebenssituationen an.
- Das KrisenNETZ Hamburg unterstützt per Mail, Telefon oder Persönlich in Krisensituationen.
Anlaufstellen in Hessen:
- Über Offene Ohren findest du Adressen und Kontaktdaten zu Hilfsangeboten. Du kannst hier nach unterschiedlichen Bereichen suchen.
- Bei der bke-Jugendberatung findest du Unterstützung bei allen möglichen Problemen. Die Expert*innen beraten dich z. B. per Mail – komplett anonym.
- Die Diakonie Hessen hilft in akuten Notsituationen. Die genauen Anlaufstellen für die verschiedenen Themen findest du auf der Website.
Anlaufstellen in NRW:
- Über Neuhland findest du Kontaktdaten für Beratungsstellen zu unterschiedlichen Krisensituationen.
- An die Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt kannst du dich wenden, wenn dir oder jemandem in deinem Umfeld sexualisierte Gewalt angetan wurde – auch digital.
- Die Ginko Stiftung für Prävention bietet Informationen und Beratung zum Thema Sucht an.
SELBSTHILFEGRUPPEN
Du kannst auch erst einmal mit Menschen sprechen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wie du. In Selbsthilfegruppen unterstützen sich Betroffene gegenseitig und teilen ihr Wissen.
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Speziell für Jugendliche gibt es in Bremen und Niedersachsen die Junge Selbsthilfe. Hier findest du Unterstützung zu verschiedenen Themen, damit du mit deinen Sorgen und Problemen nicht allein bleibst.
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Die Junge Selbsthilfe gibt es auch in Hessen mit Gruppen zu vershiedenen Themen.
- Selbsthilfegruppen in NRW findest du bei KOSKON.
NOTFÄLLE
Wenn jemand in einer akuten Krise ist und sofort Hilfe braucht, ist ein Krankenhaus oft die richtige Anlaufstelle. Du kannst dich dafür an den Sozialpsychiatrischen Dienst wenden oder direkt ein Krankenhaus kontaktieren. Wenn du unsicher bist, kannst du auch einfach in einem Krankenhaus anrufen und nachfragen, wer zuständig ist und wie du am besten vorgehst.
